25 July 2017    
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   HomeHolzschutzmittel

Allgemeines

 

Bei Holzschutzmittelverdacht können verschiedene Arten von Proben untersucht werden.

 

Die Untersuchung von Staubproben als Indikator für die Dauerbelastung von Raumluft kann unter Umständen in einem 1. Schritt als aussagekräftiger angesehen werden als Momentaufnahmen einer von mehreren Faktoren abhängigen Raumluftanalyse.

 

Daher liefert die Untersuchung von Staubproben oft eine solche Vorinformation, dass auf eine aufwendige und kostenintensive Raumluft-Probennahme verzichtet werden kann. Da Staub ein in seiner Zusammensetzung von verschiedenen Faktoren abhängiges Gemisch von Festpartikeln darstellt, ist eine grobe Einteilung im Vergleich mit Erfahrungswerten möglich und der eventuelle Bedarf weiterer Untersuchungen ableitbar.

 

Eine weitere kostengünstige Alternative bzw. eine notwendige Ergänzung zur Untersuchung von Staubproben ist die Untersuchung von verdächtigen Materialproben (u.a. behandeltes Massivholz bis ca. 1980). Für beide Untersuchungsmedien (Staub und Material) ist allerdings ein Rückschluss auf vorliegende Raumluftwerte nicht möglich. Für aufwändige Raumluftanalysen ist eine akkurate Messplanung zwingend erforderlich.

 

Da symptomatische Beschwerden personenabhängig starken Schwankungen unterliegen, ist im Einzelfall auch bei geringen Messwerten das Auftreten gesundheitlicher Beeinträchtigungen nicht vollständig auszuschließen. Ist die Quelle der Belastung klar, bzw. durch Materialanalysen bestätigt, kommt als Sanierungsmöglichkeit das Anbringen einer Ausgasungssperre wie Versiegeln oder Verkleiden in Frage. Vollständige Sicherheit kann allerdings nur durch Entfernung der behandelten Teile erreicht werden. Ebenso ist eine Schadstofffreisetzung durch die indirekt belastete Inneneinrichtung (Sekundärquellen wie Tapeten, Polster, Teppichboden usw.) möglich, sodass auch eine Reinigung/Entfernung dieser Quellen bedacht werden sollte.

 

Nach gegenwärtigem Kenntnisstand kann auf eine Behandlung mit Holzschutzmitteln im Innenbereich von Wohnungen meist verzichtet werden. Im Außenbereich ist der konstruktive Holzschutz anzuraten.

 

Die folgende Zusammenstellung setzt sich aus Informationen aus der Literatur zusammen und dient als Orientierungshilfe. Die Angaben werden teilweise kontrovers diskutiert und die Grenzen einzelner Messwertbereiche sind variabel. Daher ist eine Beurteilung des Einzelfalls durch fachkundige Personen grundsätzlich anzuraten.

 

Gesetzliche Grundlage für den öffentlichen Hochbau liefert die in Baden-Württemberg, und ähnlich in anderen Bundesländern, verbindlich eingeführte PCP-Richtlinie von 1997.

 

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Pentachlor-

phenol

(PCP)

mg/kg

γ-HCH

Lindan


mg/kg

a) Hausstaubproben (Aktivstaub)

bis 1

bis 0,5

Nichtbelastung bzw. tolerierbare Grundbelastung, die in 85 % aller Fälle auftritt

1 bis 10

0,5 bis 2

deutlich überdurchschnittliche Belastung, die bei entsprechenden Begleitumständen (Exposition von Kindern oder anfälligen Personen, Schlafraumbelastung, typische Gesundheitsbeeinträchtigung u.ä.) bzw. im Sinne eines vorbeugenden Gesundheitsschutzes Anlass für weitere Untersuchungen bzw. bei eindeutiger Belastungsquelle Anlass zur Sanierung sein sollte

über 10

über 2

Anlass für bedarfsorientierende weitere Untersuchung bzw. bei bekannter Belastungsquelle für Sanierung

Bemerkung:

alter, abgelagerter Staub (Passivstaub) ist ca. 5-fach höher

belastet als Aktivstaub (Staubsaugerbeutel)

mg/kg

mg/kg

b) Materialproben (oberflächennahe Holzproben, Teppiche, Leder)

bis 1

bis 0,5

nicht belastet

bis 5

bis 2

keine direkte Belastung, eventuell Sekundärkontamination

bis 50

bis 5

gering belastet

bis 200

bis 20

deutlich belastet, eventuelle Sanierung nach Abwägung der Sachlage, Raumluftanalysen zur weiteren Abklärung

100 bis

5000

20 bis

100

stark belastet, Sanierung angezeigt, Raumluftanalysen zur weiteren Abklärung

Bemerkung:

Das Verhältnis behandelte Fläche zu Rauminhalt ist mitentscheidend für die Beurteilung

µg/m3

µg/m3

c) Luftproben

<0,1

<0,1

im Sinne eines vorbeugenden Gesundheitsschutzes anzustrebender Zielwert

0,1-1,0


mögliche Gesundheitsgefahr für Kinder bei längerer Aufenthaltsdauer

0,2


Ansprechgrenze für sensibilisierte Personen

0,25


Sanierungsleitwert des VDI

0,5


Richtwert für Sanierungsmaßnahmen nach Blessing (1991)

1

1

Richtwert Bundesgesundheitsamt (1991) für maximale Raumluftkonzentration

>1,0


Mögliche Gesundheitsgefährdung (PCP-Richtlinie)

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Pentachlor-

phenol (PCP)

µg/m3

γ-HCH

Lindan

µg/m3

c) Luftproben

0,5 bis 2,5


mögliche Belastung für Räume bei großflächiger Holzschutzmittelbehandlung

60

4

Richtwert des Bundesgesundheitsamtes bis 1991 für maximale Raumluftbelastung


500

MAK-Wert (Stand 1995)

500


MAK-Wert bis 1990, dann gestrichen, da PCP im Tierversuch eindeutig krebserregend bzw. infolge der PCP-Verbotsverordnung von 1989

Bemerkung:

Die Messbedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lüftungssituation, Staubgehalt infolge Luftströmungseinflüssen u.a.) sind mitentscheidend für die Messwerthöhe.

Pentachlorphenol (PCP)

µg/l Serum

d) Blutproben

01.10.15

Vorsorglich nicht zu überschreitende Werte

12

Mittelwert von ca. 2000 untersuchten Personen

25

Richtwert in der Praxis für Gesundheitsgefährdung

>70

Anlass für Sanierung bei eindeutiger Quelle

Bemerkung:

Infolge des Abbaus im Körper sollte der Messwert nicht nach längerem Aussetzen der Belastung ermittelt werden

Pentachlorphenol (PCP)

µg/l

e) Urinproben

bis 10

Nichtbelastung bzw. Allgemeinbelastung durch ubiquitäres Vorkommen

bis 40

Tolerierbare Grundbelastung

>40

Anlass für Sanierung bei eindeutiger Quelle

bis 100

deutliche Belastung

über 100

sehr starke Belastung

Bemerkung:

Infolge des Abbaus im Körper sollte der Messwert nicht nach längerem Aussetzen der Belastung ermittelt werden

Schadstoffmessungen an Staubproben

 

Die Messung von Holzschutzmittelwirkstoffen wie Pentachlorphenol (PCP) und Lindan (γ-Hexachlorcyclohexan) sowie von Pyrethroiden (z.B. Permethrin) in Hausstaubproben (Staubsaugerbeutelinhalt) oder Passiv-Staub (sedimentierter Altstaub auf Einrichtungsgegenständen) ermöglicht eine verhältnismäßig einfache Beurteilung der Belastungssituation im Innenbereich.

 

Durch die Untersuchung von Materialproben ist eine Behandlung der Materialen mit den entsprechenden Mitteln leicht erkennbar. Da sich aber aus den Ergebnissen der Materialproben keine direkten Rückschlüsse auf das Ausgasungsverhalten ziehen lassen, sind Staubmessungen im 1. Schritt oder in Ergänzung eine preisgünstige Möglichkeit zur Ermittlung der Schadstoffsituation. Bei dieser Methode der Schadstoffmessung bekommt man ein Abbild der Raumluft über den Zeitraum in dem sich der Staub gebildet hat, bzw. in dem er der Raumluft ausgesetzt war. Anhand der Messwerte lässt sich die Aussage treffen, ob es sich um eine geringe, deutliche oder hohe Schadstoffkonzentration handelt.

Je nach Höhe der Messwerte muss dann über das weitere Vorgehen entschieden werden.

 

Während die Holzschutzmittel zur Behandlung von Innenraumholzkonstruktionen eingesetzt wurden, finden die Pyrethroide vor allem Eulan© (Permethrin) Verwendung als Insektizid, Wollteppiche werden häufig hiermit gegenüber Mottenbefall geschützt.

 

Durch die PCP-Verbotsverordnung werden in Deutschland keine PCP-haltigen Holzschutzmittel mehr gehandelt. Neue Kontaminationen kommen meist durch den Import von mit PCP behandelten Waren, hier vor allem mit PCP gegen Schädlingsbefall transportfähig gemachte Lederartikel.

 

Zeigt die Messung des Hausstaubes eine deutliche Belastung an, ist es notwendig im darauffolgenden Schritt die Belastungsquelle sicher zu ermitteln, sodass langfristig die Belastung mit diesen Stoffen herabgesetzt wird.

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Das Institut Alpha, ein guter Partner für Sie

 

Durch unsere über 30-jährige Erfahrung auf dem speziellen Gebiet können wir bei entsprechenden Problemen oder Fragestellungen schnell und kompetent reagieren.
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Sollten Sie Probleme mit bereits vorliegenden Gutachten, Messungen oder Anfragen haben, stehen wir auch beratend zur Seite.

 

Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne unser Konzept in einem persönlichen Gespräch vor.

 

Als Ansprechpartner in unserem Hause stehen zur Verfügung

 

Die Diplom-Biologin Barbara Ohmle
                              Sachverständige für Raumluftschadstoffe

und


der Diplom-Chemiker Dr. rer. nat. Dieter Heilemann, VDI
                                 Sachverständiger für Raumluftschadstoffe

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