25 July 2017    
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   HomeLegionellen
 


Untersuchung auf Legionellen nach neuer TrinkwV

 

Auszug der Informationen des DVGW zu Trinkwasser-Installationen in Gebäuden und Legionellen

 

Fallen Trinkwasser-Installationen in Gebäuden unter die in der Trinkwasserverordnung genannten Wasserversorgungsanlagen?


Trinkwasser-Installationen in Gebäuden, d.h. Anlagen der ständigen Wasserverteilung, sind Wasserversorgungsanlagen nach Trinkwasserverordnung (§3 Nr. 2 Buchstabe e). Aus der Trinkwasserverordnung ergeben sich Pflichten für Trinkwasserinstallationsbetreiber (d.h. für Unternehmer oder sonstige Inhaber von Wasserversorgungsanlagen nach §3 Nr. 2 Buchstabe e). Bei den Pflichten wird unterschieden, ob das Trinkwasser im Rahmen einer öffentlichen oder gewerblichen Tätigkeit abgegeben wird.


Was heißt öffentliche oder gewerbliche Tätigkeit?

 

Unter öffentlicher Tätigkeit versteht die Trinkwasserverordnung die Abgabe an einen unbestimmten, wechselnden und nicht durch persönliche Beziehungen verbundenen Personenkreis (z.B. Kindergärten, Schulen, Justizvollzugsanstalten).

Unter gewerblicher Tätigkeit versteht die Trinkwasserverordnung, wenn das gezielte Zurverfügungstellen von Trinkwasser unmittelbar (Trinken oder Waschen) oder mittelbar (Zubereitung von Speisen) durch ein Entgelt (z.B. Miete) abgegolten wird.

 
 
Was ist eine Großanlage nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik?

 

Großanlagen sind alle Anlagen mit Speicher-Trinkwassererwärmern oder zentralen Durchfluss-Trinkwassererwärmern mit einem Inhalt > 400 l oder > 3 l in der Rohrleitung zwischen dem Abgang Trinkwassererwärmer und Entnahmestelle, nicht berücksichtigt wird der Inhalt einer Zirkulationsleitung.

z. B. in:

  • Wohngebäuden

  • Hotels

  • Altenheimen

  • Krankenhäusern

  • Bädern

  • Sport- und Industrieanlagen

  • Campingplätzen

  • Schwimmbäder

 

Nach §3 Nr. 12 Absatz 4 der TrinkwV zählen entsprechende Anlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern nicht zu Großanlagen zur Trinkwassererwärmung. 

 

Wer fällt unter die Untersuchungspflichten auf Legionellen (Betreiberuntersuchungen)?

 

Alle Trinkwasser-Installationen in Gebäuden,

 

To top


Weitere Informationen


Allgemeines

 

 

Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die natürlicher Bestandteil aller Süßwässer sind. Neben Legionella pneumophila, der epidemiologisch wichtigsten Art, gibt es noch mehr als 30 weitere Arten. Bei einem Treffen der US-American Legion 1976 in Philadelphia erkrankten von über 4000 Teilnehmern etwa 220 Personen, 30 verstarben. Aus diesem Grunde erhielt die Erkrankung den Namen Legionärskrankheit.

 

Der Krankheitsverlauf bei einer Legionelleninfektion ist häufig dem bei einer schweren Lungenentzündung ähnlich. Besonders gefährdet sind Personen mit gesundheitlichen Vorschäden sowie starke Raucher. Die Infektion erfolgt durch Inhalation kontaminierter Aerosole, die z.B. beim Duschen entstehen können.

 

Das Legionellenwachstum im Wasser ist, wie bei allen Bakterien, temperaturabhängig. Das stärkste Wachstum tritt bei einer Temperatur zwischen 30 °C und 45 °C auf. Beim Betrieb von Speicher-Trinkwasserwärmern und zentralen Durchfluss-Trinkwasserwärmern ist nach DVGW-Regelwerk W 551 folgendes zu beachten:

 

Bei Kleinanlagen wird die Einstellung der Regeltemperatur am Trinkwasserwärmer auf 60 °C empfohlen, bei Großanlagen wird als betriebstechnische Maßnahmen empfohlen, dass die Temperatur im gesamten System 55 °C nicht unterschreitet. Der gesamte Trinkwasserinhalt von Vorwärmstufen sollte mindestens einmal am Tag auf 60 °C erwärmt werden. In Wassererwärmungs- und Leitungsanlagen kommt es darauf an, Bedingungen einzuhalten, unter denen es nicht zu einer gesundheitsgefährdenden Vermehrung der Legionellen kommen kann. Dabei kommt der Temperatur des erwärmten Wassers eine entscheidende Bedeutung zu.

 

Ist es zu einer Vermehrung gekommen, ist es notwendig, die Anlage durch gezielte Maßnahmen zu sanieren und so zu betreiben, dass ein Gesundheitsrisiko ausgeschlossen ist. Das Risiko für die Gesundheit besteht insbesondere bei Großanlagen (z.B. Wohngebäude, Altenheime, Krankenhäuser, Hotels, Bäder, Sport- und Industrieanlagen). Kleinanlagen (z.B. Ein- und Zweifamilienhäuser) müssen in der Regel nicht untersucht werden. Die TrinkwV 2011 legt fest, dass öffentliche Trinkwasserinstallationen mindestens einmal jährlich, gewerblich genutzte Anlagen alle 3 Jahre auf Legionellen zu untersuchen sind. Sie regelt auch welche Trinkwasserinstallationen (Duschen bzw. Anlagen zur Vernebelung von Trinkwasser) zu untersuchen sind. Erstuntersuchungen bei gewerblichen Anlagen müssen erstmalig bis Ende 2013 erfolgen. Es sind weiterhin nur Anlagen mit zentraler Wassererwärmung zu untersuchen.

 

Weitere Einzelheiten diesbezüglich können dem DVGW Arbeitsblatt W 551 entnommen werden. Wird bei einer Erstuntersuchung eine erhöhte Kontamination festgestellt, ist eine unverzügliche Desinfektion vorzunehmen. In Abhängigkeit von dem Grad der Kontamination sind entsprechend dem DVGW Regelwerk abgestufte Maßnahmen einzuleiten.

 

To top

Maßnahmen

 

Das Sanierungsziel ist erreicht, wenn an den Entnahmestellen ≤ 100 KBE in 100 ml nachweisbar sind. Nach der neuen Änderung der TrinkwV ist der technische Maßnahmewert erst ab 101 Keime/100 ml überschritten. Je nach Anlagenkonstellation kann es notwendig sein, dass mehrere Sanierungsmaßnahmen gleichzeitig durchgeführt werden müssen.

 

Anlagenteile, in denen Ablagerungen stattfinden können (z.B. Trinkwassererwärmer, Verteiler), sind vor den nachfolgend aufgeführten Sanierungsmaßnahmen zu reinigen, hierbei sollten Schutzmasken getragen werden.

 

To top

Thermische Desinfektion

 

Die thermische Desinfektion soll das gesamte System einschließlich aller Entnahmearmaturen erfassen. Bei einer Temperatur von >70 °C werden Legionellen in kurzer Zeit abgetötet. Jede Entnahmestelle ist für mindestens 3 Minuten mit mindestens 70 °C zu beaufschlagen. Daher muss das Wasser im Trinkwassererwärmer auf über 70 °C aufgeheizt werden. Temperatur und Zeitdauer sind unbedingt einzuhalten.

 

Die Auslauftemperatur ist an jeder Entnahmestelle zu überprüfen. Damit bei Zirkulationssystemen das gesamte System (Warmwasser- und Zirkulationsleitung) von dieser Maßnahme erfasst wird, müssen während der Aufheizphase des Trinkwassererwärmers alle Entnahmestellen geschlossen sein und die Zirkulationspumpe muss im Dauerlauf betrieben werden. Dieser Betriebszustand wird solange aufrechterhalten, bis eine Temperatur von 70 °C in der Zirkulation vor Eintritt des Wassers in den Trinkwassererwärmer erreicht wird. Erst danach werden die Entnahmestellen nacheinander bei geöffnetem Auslauf thermisch desinfiziert.

 

Je nach Anlagengröße und Leitungsführung kann die thermische Desinfektion auch abschnittsweise unmittelbar hintereinander durchgeführt werden. Bei den Arbeiten für einen Verbrühungsschutz sorgen. Nach Abschluss der Behandlung und dem Nachweis des Erfolgs ist die Anlage in den bestimmungsgemäßen Betrieb zurückzuführen.

 

 

Nicht geeignet für verzinkte Rorhleitungssyteme wegen einer stark erhöhten Korrosionsgefahr.

 

 

To top

Chemische Desinfektion

 

Legionellen können sich in den Wirtszellen (Biofilm, Amöben), in denen sie leben, intrazellulär vermehren.

 

Bei einer kontinuierlichen Zugabe von chemischen Desinfektionsmitteln in üblichen Konzentrationen werden Legionellen nicht ausreichend beseitigt. Es kann durch das Absterben des Biofilms, in dem sich die Legionellen befinden, vorkommen, dass die Legionellenkonzentration im Wasser nach der Desinfektion größer ist als vor der Maßnahme.

 

Eine einmalige Zugabe von desinfizierenden Chemikalien in hoher Konzentration (z.B. Chlorbleichlauge mit  mindestens 10 mg/l freies Chlor an der Entnahmestelle) ist deshalb erforderlich.

 

Weitere Informationen können dem DVGW Arbeitsblatt W 291 entnommen werden. Das Desinfektionsmittel muss alle Einzelzuleitungen erreichen. Es muss sichergestellt sein, dass während der Behandlung aus der Anlage kein Wasser als Trinkwasser entnommen wird.

 

 

Legionellen lassen sich nur dauerhaft aus dem System entfernen, wenn der Biofilm aus dem System vollständig entfernt wird.

 

 

To top

Das Institut Alpha, ein guter Partner für Sie

 

Durch unsere über 30-jährige Erfahrung auf dem speziellen Gebiet können wir bei entsprechenden Problemen oder Fragestellungen schnell und kompetent reagieren.

Beratung, Gebäudebegehung, Probennahme, Labor-Analytik und Gutachtertätigkeit aus einer Hand sind Ihr Vorteil.
Sollten Sie Probleme mit bereits vorliegenden Gutachten, Messungen oder Anfragen haben, stehen wir auch beratend zur Seite.
Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne unser Konzept in einem persönlichen Gespräch vor.


Als Ansprechpartner in unserem Hause stehen zur Verfügung:  

 

       Die Chemiker

 

       Dr. rer. nat. Dieter Heileman, VDI
       öbuv Sachverständiger für die Untersuchung von Wasser

 

       Dipl.-Ing. (FH) Timo Schwarz

       Sachverständiger für analytische Probleme

 

To top

Copyright © 2005